Vor fast einem Jahr sind die Flüchtlinge des Isolationslagers im Gewerbegebiet Meinersen im Landkreis Gifhorn das erste mal auf die Strasse gegangen, um ihre bittere Situation in die Öffentlichkeit zu bringen und ihre Menschenrechte einzufordern. Seitdem hat sich ein harter Kampf gegen die Willkür und die Tyrannei der Ausländerbehörde und gegen die zerstörerischen Lebensbedingungen, die viele im Lager seit Jahren erleiden, entwickelt. Ein Kampf für und um das Leben. Weiterhin herrscht im Landkreis hinter den Schreibtischen die durch Gesetze rechtlich abgesicherte Auffassung eines geteilten Menschenbilds. Weiterhin ist es nötig mit allen Anstrengungen den Kampf der Flüchtlinge für ihr Lebens- und Aufenthaltsrecht in Gifhorn und anderswo zu unterstützen. http://thecaravan.org/node/2531
Break the isolation –
die rassistische Isolation der Flüchtlinge durchbrechen
Gemeinsam gegen staatliche Ausgrenzung und Diskriminierung
Aufruf zur Aktion von Flüchtlingen aus dem Lager Meinersen, solidarischen Menschen aus Gifhorn, Braunschweig, Hildesheim, antirassistisches Plenum Hannover und Oldenburg, Flüchtlingsrat Niedersachsen, Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, Jugendliche ohne Grenzen
Wir laden alle solidarischen Menschen ein, mit uns am 24. März 2010 in Gifhorn gegen die rassistische Ausgrenzungspolitik des Landkreises aktiv zu werden. Wir treffen uns um 14 Uhr Gifhorn, Steinweg (FußgängerInnenzone) am Brunnen, um die Öffentlichkeit über unseren Forderungen zu informieren. Von dort aus geht es zur Ausländerbehörde und zum Verwaltungssitz des Landkreises, um unsere Anklage und unseren Protest zum Ausdruck zu bringen.
Der Protest am 24. März in Gifhorn steht in Verbindung mit zahlreichen Aktionen von Flüchtlingen und antirassistischen Gruppen in ganz Deutschland im Rahmen des bundesweiten Aktionstags gegen das Asylbewerberleistungsgesetz, gegen die “Residenzpflicht”, gegen Lagerisolation und rassistische Sondergesetzgebung.
Wir fordern:
Schließung des Lagers – Unterbringung in Wohnungen!
Abschaffung des Gutscheinsystems – Auszahlung der Leistungen in Bargeld!
Arbeitserlaubnis und Ausbildungsmöglichkeiten!
Keine Abschiebungen!
Bleiberecht für alle!
Kommt mit uns am 24. März auf die Straße!
Gifhorn, Steinweg (FußgängerInnenzone) am Brunnen 14°° Uhr
kontakt: asylbewerbergifhorn@yahoo.com
------------------------------------------------------
Offener Brief der Flüchtlinge aus dem Landkreis Gifhorn vom 02.03.2011
Liebe Freund_innen und Unterstützer_innen,
es ist ein schreckliches Unglück im Landkreis Gifhorn passiert. Ein Mitbewohner von uns hat sich am 01. März das Leben genommen, indem er seinen Kopf auf die Gleise vor einen ankommenden Güterzug legte. Er sollte am 03. März abgeschoben werden. Bitte helfen Sie uns diesen Skandal aufzuklären und in Zukunft zu verhindern.
Der Landkreis Gifhorn macht uns Asylbewerber_innen sehr viel Stress und Druck. Manche von uns müssen alle 3 Tage zur Ausländerbehörde um ihre Duldung zu verlängern. Bei jedem Gespräch droht uns Herr Renders mit Abschiebung. Herr Renders sagt uns bei jedem Gespräch und Verhör: „In 3 bis 4 Tagen wirst du abgeschoben“. Diese 3 bis 4 Tage können wir nicht ruhig schlafen und haben Angst, abgeschoben zu werden. Herr Renders erlaubt uns nicht an antirassistischen Konferenzen teilzunehmen, damit wir der Öffentlichkeit nicht berichten, was er uns antut, nämlich dass wir hier schikaniert, bedroht und unter Druck gesetzt werden. Man erlaubt uns nicht Psychotherapien zu machen. Man droht uns mit Abschiebung und Kürzung der Leistungen, wenn wir eine Demo planen oder an einer Demo teilnehmen möchten, um über unsere Situation zu berichten.
Es ist eine Katastrophe und Bestrafung für uns Asylbewerber_innen im Landkreis Gifhorn unter der Leitung der Landrätin Marion Lau, Michael Funke (Fachbereichsleiter der Ausländerbehörde), Herrn Renders (Leiter der Ausländerbehörde), Herr Wienecke (Leiter des Sozialamtes), Frau
Wissmann, zu leben. Wir haben nicht nur einmal gegen die Methoden der Ausländerbehörde protestiert. Wir haben sehr oft versucht, der Öffentlichkeit zu berichten, dass es uns im Landkreis Gifhorn sehr schlecht geht. Wir haben gesagt: dass unsere Nerven das bald nicht mehr aushalten.
Wir haben in unserem offenen Brief an die Ausländerbehörde, an die Politiker, an das Innenministerium geschrieben, dass viele von uns suizidgefährdet sind. Doch die Ausländerbehörde und das Innenministerium haben unsere Forderungen und unsere Hilfeschreie einfach ignoriert.
Liebe Freund_innen und Unterstützer_innen, wir haben es satt, von der Ausländerbehörde schikaniert und am Ende als Betrüger_innen abgestempelt zu werden. Wir müssen diesen andauernden Skandal beenden!!!!
Viele Grüße
Flüchtlinge aus Meinersen
------------------------------------------------------
Offener Brief von UnterstützerInnen und solidarischen Menschen aus Gifhorn an die Bevölkerung
Dass sich am 01.03. ein vierzig-jähriger Mann hier in Gifhorn auf die Schienen gelegt hat, haben Sie vielleicht durch die Medien oder durch die Demonstration erfahren. Vielleicht wissen Sie auch, dass der Mensch Asylbewerber war und zuletzt im Flüchtlingsheim Meinersen gelebt hat.
Er floh vor 15 Jahren während des Bürgerkriegs in Nepal nach Deutschland und beantragte hier Asyl. Ihm erging es, wie vielen anderen Asylsuchenden auch: Sein Flüchtlingsstatus wurde nicht anerkannt, und nur das Fehlen seines Passes bewahrte ihn vor der Abschiebung nach Nepal. Kürzlich gelang es der hiesigen Ausländerbehörde Passersatzpapiere aus Nepal zu beschaffen. Am 03. März sollte er abgeschoben werden – nach 15 Jahren Versuch in Deutschland Aufnahme zu finden. Am 01. März beendete er sein Leben.
Wie kommt es dazu, dass sich ein Mensch eher umbringt, als in sein sogenanntes Heimatland zurückzukehren, obwohl er doch nicht als Verfolgter gilt?
Mal ganz abgesehen davon, wer überhaupt das Recht hat, darüber zu entscheiden, ob ein Mensch verfolgt wird, könnte es vielleicht daran liegen, dass
der psychische Druck, der auf einem Menschen lastet, wenn er/sie
*
- völlig isoliert vom gesellschaftlichen Leben am äußersten Rand eines Dorfgewerbegebiets, 14 km von Gifhorn entfernt, wohnen muss
- sich mit bis zu drei anderen, meist fremden Personen, ein 20m² „großes“ Zimmer teilen muss
- der Willkür von Heimleitung und Behörden schutzlos ausgeliefert ist,
- in ständiger Angst lebt, in ein unsicheres Land abgeschoben zu werden;
wenn,
- private Briefe von der Heimleitung geöffnet werden und das Postgeheimnis nicht mehr gilt,
- Geld nur in Form von Gutscheinen zur Verfügung steht, die nicht einmal für die allernötigsten Besorgungen reichen
- und der Alltag extrem eintönig wahrgenommen wird, weil die Erlaubnis der Arbeitsaufnahme verweigert wird, selbst wenn jemand ein Einstellungsangebot vorweisen kann
*
die Duldung oft nur für ein paar Tage verlängert wird und die Ausländerbehörde ständig mit der Abschiebung droht.
*
die Erlaubnis zum vorübergehenden Verlassen des Landkreises nahezu immer verweigert wird
??????????????????????????????????
Unabhängig davon, dass wahrscheinlich keine/r mit Sicherheit sagen kann, was den Menschen tatsächlich in den Tod trieb, steht für uns außer Frage, dass diese und andere Ungeheuerlichkeiten der dringenden Änderung bzw. Abschaffung bedürfen!
Bleiberecht für alle!
Weg mit den rassistischen Sondergesetzen!
Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Flüchtlingen!
Unterstützung für die Flüchtlinge in Meinersen
Ein Netzwerk zur Unterstützung der Menschen mit nur eingeschränkten Rechten.
Monday, March 21, 2011
Tuesday, February 22, 2011
Same old game
Nachdem zunächst alle Familien aus dem Wohnheim ausgezogen sind leben inzwischen 4 neue Familien dort.
Dringend gesucht...
Dringend werden Personen gesucht, die in Meinersen einen Sprachkurs für die Männer anbieten können.
Aufgrund der großen Nachfrage seitens der BewohnerInnen können derzeit nur Frauen an dem vorhandenem Kurs teilnehmen, doch auch die Männer wünschen sich einen solchen sehr.
Bei Interesse bitte unter netzwerkmeinersen@googlemail.com melden! Danke!
Von einer ehemaligen Bewohnerin stammen folgende Bilder vom Besuch der SPD im Wohnheim. Über den Besuch berichtet ausführlich die Karawane auf http://thecaravan.org/node/2786 .

Aufgrund der großen Nachfrage seitens der BewohnerInnen können derzeit nur Frauen an dem vorhandenem Kurs teilnehmen, doch auch die Männer wünschen sich einen solchen sehr.
Bei Interesse bitte unter netzwerkmeinersen@googlemail.com melden! Danke!
Von einer ehemaligen Bewohnerin stammen folgende Bilder vom Besuch der SPD im Wohnheim. Über den Besuch berichtet ausführlich die Karawane auf http://thecaravan.org/node/2786 .

Monday, January 10, 2011
Neues
Hallo,
nachdem die Aller-Zeitung und die Gifhorner Rundschau beide jeweils einen Artikel über die Schaffung dieses Netzwerks veröffentlicht haben gibt es einzelne neue MitstreiterInnen. Juchu!
Es gibt ein paar Neuigkeiten aus dem Wohnheim und einige neue Ideen zur Unterstützung, die HelferInnen zur Umsetzung brauchen:
- In Meinersen wird bereits ein Deutschkurs für Frauen angeboten, der sehr begeistert angenommen wird. Auch die Männer wünschen sich ein derartiges Angebot.
- Glücklicherweise dürfen einzelne Familien endlich ausziehen. In Gifhorn gibt es jedoch kein kostenloses Angebot, deutsch zu lernen - man könnte somit versuchen, motivierte GifhornerInnen für so eine Aufgabe zu finden oder eine Anfrage an die VHS zu stellen, ob es eine Möglichkeit für die Flüchtlinge gibt, dort an Kursen teilzunehmen.
- Es soll eine Liste mit den Läden erstellt werden, die die Nahrungsmittelgutscheine der BewohnerInnen annehmen
- Viele der BewohnerInnen wünschen sich eine Beschäftigung. Arbeiten dürfen sie nicht. Deshalb kam die Idee auf, Institutionen in Gifhorn zu fragen, ob sie Praktikumsstellen bereit stellen würden. Auch anderweitige ehrenamtliche Tätigkeiten wären zu vermitteln (einzige Bedingung wäre die Übernahme von Fahrtkosten)
- Mehrere Familien ziehen in den nächsten Wochen um - diese brauchen Unterstützung hierbei!
- Fahrdienste von Meinersen nach Gifhorn und zurück
- ...
Eine Familie ist letzte Woche ausgezogen. Sie sagen, sie können endlich wieder die Nächte durchschlafen, sie freuen sich sehr über die neue Wohnung und danken dem Diakon Herrn Clemens für die engagierte und selbstlose Hilfe, die er geleistet hat, von Herzen.
Wir freuen uns über jede Art der Unterstützung!
nachdem die Aller-Zeitung und die Gifhorner Rundschau beide jeweils einen Artikel über die Schaffung dieses Netzwerks veröffentlicht haben gibt es einzelne neue MitstreiterInnen. Juchu!
Es gibt ein paar Neuigkeiten aus dem Wohnheim und einige neue Ideen zur Unterstützung, die HelferInnen zur Umsetzung brauchen:
- In Meinersen wird bereits ein Deutschkurs für Frauen angeboten, der sehr begeistert angenommen wird. Auch die Männer wünschen sich ein derartiges Angebot.
- Glücklicherweise dürfen einzelne Familien endlich ausziehen. In Gifhorn gibt es jedoch kein kostenloses Angebot, deutsch zu lernen - man könnte somit versuchen, motivierte GifhornerInnen für so eine Aufgabe zu finden oder eine Anfrage an die VHS zu stellen, ob es eine Möglichkeit für die Flüchtlinge gibt, dort an Kursen teilzunehmen.
- Es soll eine Liste mit den Läden erstellt werden, die die Nahrungsmittelgutscheine der BewohnerInnen annehmen
- Viele der BewohnerInnen wünschen sich eine Beschäftigung. Arbeiten dürfen sie nicht. Deshalb kam die Idee auf, Institutionen in Gifhorn zu fragen, ob sie Praktikumsstellen bereit stellen würden. Auch anderweitige ehrenamtliche Tätigkeiten wären zu vermitteln (einzige Bedingung wäre die Übernahme von Fahrtkosten)
- Mehrere Familien ziehen in den nächsten Wochen um - diese brauchen Unterstützung hierbei!
- Fahrdienste von Meinersen nach Gifhorn und zurück
- ...
Eine Familie ist letzte Woche ausgezogen. Sie sagen, sie können endlich wieder die Nächte durchschlafen, sie freuen sich sehr über die neue Wohnung und danken dem Diakon Herrn Clemens für die engagierte und selbstlose Hilfe, die er geleistet hat, von Herzen.
Wir freuen uns über jede Art der Unterstützung!
Tuesday, December 28, 2010
Es gibt vom Sommer ein paar neue Fotos aus dem Wohnheim.

Eine der zwei Küchen für insgesamt 80 Menschen, die seit bis zu 14 Jahren hier leben.

Der Flur



Neue Informationen kommen bald - mit der Ankündigung auf Auszüge einer Arbeit über die essentielle Unterstützung der Menschen in Meinersen.
Wir freuen uns über Post und unterstützungsbereite Menschen.
Frohe Weihnachten!

Eine der zwei Küchen für insgesamt 80 Menschen, die seit bis zu 14 Jahren hier leben.

Der Flur
Neue Informationen kommen bald - mit der Ankündigung auf Auszüge einer Arbeit über die essentielle Unterstützung der Menschen in Meinersen.
Wir freuen uns über Post und unterstützungsbereite Menschen.
Frohe Weihnachten!
Wednesday, December 8, 2010
Derzeit werden dringend FahrerInnen gesucht, die eine Familie bei ihrem Umzug unterstützen können. Der Umzugswagen ist organisiert, allerdings muss die Familie vorher noch renovieren. Pro Tag würde sie das mit dem Bus für vier Personen knapp 27€ kosten - bei einem Euro Bargeld im Monat somit unmöglich.
Außerdem wird schon seit längerem dringend eine Wohnung für eine andere Familie, die ausziehen darf, gesucht. Wer hierfür Informationen oder Tips hat melde sich bitte unter netzwerkmeinersen@googlemail.com
Ich freue mich über alle, die unterstützen wollen und können!
Außerdem wird schon seit längerem dringend eine Wohnung für eine andere Familie, die ausziehen darf, gesucht. Wer hierfür Informationen oder Tips hat melde sich bitte unter netzwerkmeinersen@googlemail.com
Ich freue mich über alle, die unterstützen wollen und können!
Subscribe to:
Posts (Atom)